Vous êtes ici: Médecine / Ratgeber / Taping
Deutsch
Français
English

Taping des A2 Ringbandes

Zirkuläres (ringförmiges) Taping im Bereich des Fingergrundgliedes wird von Kletterern häufig angewandt um eine Beugesehnenscheidenentzündung, ein Teil- oder Komplettriss des A2 Ringbandes zu behandlen oder dessen Verletzung vorzubeugen. Mit der Absicht die biomechanische Effektivität eines solchen Ringbandtapings zu beurteilen wurde folgende Studie durchgeführt. Dafür wurden Messgeräte konstruiert um das Ausmass des physiologisch vorkommende Bowstringing (Bogensehneneffekt, Abheben der Beugesehne von dem Grundglied) sowohl als auch die Kraft des Bowstringings (Kraft der Beugesehne, welche auch das Ringband wirkt) mit und ohne Taping zu bestimmen. Zwei verschiedene Taping Techniken (Tape 1: in der Mitte des Grundgliedes; Tape 2. direkt anschliessend ans Fingermittelgelenk) an 16 Ring- oder Mittelfingern während der für Kletterer typischen aufgestellten Fingerposition (ca. 100° Beugung im Fingermittelgelenk und Überstreckung im Fingerendgelenk) wurden untersucht.

Das Taping im Bereich der Mitte des Grundgliedes (Tape 1, vorderes Ende des A2 Ringbandes) verminderte das Bowstringing um 2.8% und absorbierte 11% der auf das Ringband wirkende Kraft. Das Taping im Anschluss an das Fingermittelgelenk (Tape 2) verminderte das Bowstringing um 22% und absorbierte 12% der auf das Ringband wirkende Kraft. Ein zirkuläres (ringförmiges) Taping ist aufgrund dieser Resultate nur minimal effektiv die auf das Ringband wirkende Kraft zu reduzieren. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine praeventive Wirkung erziehlt werden kann. Falls ein Taping dennoch angewandt wird, soll es direkt anschliessend ans Fingermittelgelenk angebracht werden. Damit wird (Bild Tape 2) erreicht, dass die Umlenkung der Beugesehne teilweise vom Tape übernommen werden kann. Zusätzlich kann eine Tour über das Mittelgelenk selbst (bei ca.45° gebogenem Gelenk) gezogen werden. Diese Schlaufe verstärkt den Zug zusätzlich beim Einnehmen der aufgestellten Fingerposition.

 

Diese Untersuchung wurde im Journal of Hand Surgery publiziert